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 Auf Schwäbisch:
Neckereien und handgemachte Musik

Liedermacher Reinhold Hittinger und Knöpfleswäscher Wolfgang Wulz
begeisterten im Kursaal

 

„G`neckt und G´songe“ unter diesem Titel stand der Unterhaltungsabend mit dem Balinger Liedermacher Reinhold Hittinger und dem Gültsteiner „Knöpfleswäscher“ Wolfgang Wulz, welche zusammen im Bad Imnauer Kursaal auftraten. Es war ein heiterer, kurzweiliger Abend mit schwäbischen Tiefgang, wobei Luschtiges und Erbauliches in Musikform sowie Kurioses und Menschliches in Lese- oder Erzählform zum Vortrag kam. Der Historiker und Germanist Wolfgang Wulz hat mit seinen schwäbischen Necknamengeschichten zahlreiche begeisterte Leser gefunden. Im Kursaal öffnete der Neckerei-Spezialist seine Schatztruhe des schwäbischen Volkshumors. Wulz hat bereits 35 Dörfer aus dem Schönbuch und der Schwäbischen Alb auf Kropf-Neckereien durchgeforstet. Einige Dörfer der Umgebung Bad Imnaus nahm Wulz auf die Schippe: Der Wachendorfer Schnauzer, die Kropfer aus Horb, Hirschau, Bieringen und Börstingen, den Tübinger Goge und den Bierlinger Moofanger. Unglaubliche menschliche G`schichtle von Leuten welche die Frösche abschlecken, Eier ausbrüten, einen Bach bescheißen, den Heiland klauen, den Vollmond angeln oder von Goa träumen kamen hierbei zu Tage. Der schreibende Schulmeister präsentierte sich als packender und unterhaltsamer Vorleser und Erzähler.

Liedermacher Reinhold Hittinger als musikalischer Partner an der Seite sorgte zwischen den heiteren Erzählungen für den schwäbischen Gesang mit Gitarrenbegleitung. Bei den Liedern wie ”He Papa bisch ja nie daheim” oder ”Im Verein” erkannte sich der eine oder andere vielleicht selber wieder. Großen Anklang fand auch der Song vom ”Muckeseckele”, der kleinsten schwäbischen Maßeinheit. Hittinger verstand es prächtig das Publikum vom ersten Lied an in seinen Bann zu ziehen, Hemmschwellen zu überwinden und die Herzen der Anwesenden zu öffnen. Mit Titeln wie "He Babba, bischt jo nia drhoim", oder dem „Heimwerker Boogie-Woogie“ hält er seinen Zuhörern auf bauchmuskel-strapazierende Weise den Spiegel vor die Nase.



Die Zuhörer wurden eingeladen zu lachen, sich zu entspannen, sich zurückzulehnen, mitzusingen, mitzusummen und die handgemachte Musik in ursprünglicher Art zu genießen. Einziger Wermutstropfen des Abends war der mäßige Besuch mit rund 60 Zuhörern. Doch diejenigen die da waren bereuten Ihr Kommen auf keiner Weise. Ein langanhaltender Schlußapplaus war der verdiente Lohn für einen überaus gelungen Abend, der noch lange in positiver Erinnerung bleiben wird.

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Aktualisierungsdatum  11.09.2011
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