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Mit Weltklasse-Tischtennis feierte am Samstag
5. Juli
der SV Weilheim den Höhepunkt seines
25. Geburtstages.

Die Bad Imnauer Tischtennisjugend war dabei und begeistert .

Timo Boll, bester deutscher Tischtennisspieler und derzeit Nummer zwei der Weltrangliste sowie Matthew Syed, Nummer eins in England,
waren nach Weilheim gekommen.

Im genau einstudierten Tischtennis-Spektakel erfüllen beide Stars ganz unterschiedliche Aufgaben. Timo Boll, der etwas schüchtern und distanziert wirkende 22-Jährige aus dem Odenwald. Er ist, wie er eben ist: Er schmunzelt höchstens, wenn er sich über einen gelungenen Ball freut. Matthew Syed hingegen ist der Sport-Clown. Dabei hat der Londoner als einer der weltweit besten Defensiv-Spieler durchaus auch ernste Züge und sogar politische Ambitionen: Für die Labour-Partei hat er bei der vergangenen Wahl für einen Sitz im Unterhaus kandidiert. Allerdings erfolglos.

 

Weniger weltweit, als vielmehr regionsverbunden begann der Tischtennis-Nachmittag vor 330 zahlenden Besuchern in der Rammerthalle Weilheim. Zuerst kamen die Lokalmatadoren Nico Christ, Martin Glaser sowie Martin und Uli Trescher gegen die Stars zum Zuge, wobei Einzel und Doppelbegegnungen ausgetragen wurden. Nach der Pause dann der Höhepunkt als die beiden Stars gegeneinander antraten. Der 2:1 Satzsieg für Timo Boll war zweitrangig , die Show triumphierte. Erst konnten die Zuschauer Tischtennis in Vollendung genießen. In den drei gespielten Sätzen boten beide Spieler alle Schläge, die in der Weltspitze möglich sind. Syed fischte die Angriffsschläge von Boll teilweise liegend kurz vorm Hallenboden noch raus und brachte sie auf die Platte es war eine Werbung für den Tischtennissport. Mal ging Syed nach einem schönen Ballwechsel scherzhaft beim Publikum abkassieren, mal lieh er sich die Brille eines Zuschauers, mal flirtete er mit der Tübinger Oberbürgermeisterin Brigitte Russ-Scherer, die sich sogar auf einige Ballwechsel einließ.

Bei misslungenen Bällen ermahnte Syed das Fernsehteam: "Das hier nicht filmen!" Der Schaukampf Boll/Syed zeigte Tischtennis, das die Gesetze der Physik außer Kraft zu setzen schien. Schmetterbälle, Topspinschüsse, Effet - und jede Menge Gags. So wurde, wenn ein Ball zu weit kam, die Platte ein Stück nach hinten gezogen. Oder es gab Sitz-Tischtennis. Wer sagt, dass man aus Flaschen nur trinken kann oder dass Hüte nur als Kopfbedeckung taugen? Sogar eine Gesangseinlage des Beatle-Hits «Yesterday» brachte er zum Besten. Kurzum, er hatte die Halle mit seinen Einlagen voll im Griff.

TTC-Jugendleiter Frank Kotz und sein Nachwuchsteam war jedenfalls von der Tischtennis-Gala voll begeistert. Die Jugendlichen bekamen einen kräftigen Motivationsschub für ihre Sportart. Nach der Gala gab es noch Autogramme von den beiden Weltklassespielern und nach hartnäckigem Kampf konnte noch ein Erinnerungsfoto zusammen mit der Jugendabteilung geschossen werden, bevor.  sich die beiden gleich auf den Weg zum nächsten Auftritt nach Marbach machten.

 

 

"Sind Formel I und Fußball attraktiv?", -
Interview mit Timo Boll in der Pause

 

Als Timo Boll Platz eins der Tischtennis-Weltrangliste erklommen hatte, kannte die Euphorie keine Grenzen. Inzwischen ist der beste deutsche Spieler auf Rang zwei der Weltrangliste. Am Wochenende war Boll (22) für einen Schaukampf in Weilheim bei Tübingen zu Gast. 


Sie haben sich wiederholt dafür ausgesprochen, Tischtennis besser zu vermarkten. Sind Sie vor diesem Hintergrund mit der Veranstaltung in Weilheim zufrieden?

Timo Boll: Klar hätten wir uns einige Zuschauer mehr gewünscht. Die letzten Male, als wir Schaukämpfe geführt haben, war die Halle immer proppenvoll. Aber die Zuschauer sind hier gut mitgegangen, uns hat es sehr viel Spaß gemacht.
Es war ein gutes Training.

Solche Events sind ja nicht die Regel. Was müsste aus Ihrer Sicht geschehen, damit Tischtennis in den unteren Klassen attraktiver wird?

Timo Boll: Das Tischtennisspiel ist attraktiv. Ist Formel I attraktiv? Ist Fußball attraktiv? Tischtennis ist eine der attraktivsten Sportarten. Ich denke, es ist einfach eine Sache der Erfolge der Spitzenspieler und der Medienpräsenz. Alles andere hat Tischtennis: Dynamik, Geschwindigkeit.

War es für Sie ein befreiendes Gefühl, aus dem Schatten von Jörg Roßkopf heraus zu treten? Oder ist der Rummel eher eine Belastung?

Timo Boll: Wir haben nie konkurriert. Ich habe mich gefreut, wenn er ein gutes Spiel gehabt hat, er freut sich jetzt, wenn ich gut spiele. Wir müssen da alle zusammenarbeiten, damit Tischtennis nach oben kommt. Egal, wer Erfolg hat, das Wichtigste ist, dass deutsche Spiele Erfolg haben. Okay, ob das jetzt eine Belastung war? Ich habe nur die wichtigsten Dinge durchgezogen. Das Meiste habe ich abgesagt. Man muss eine gute Mischung finden. Es muss immer noch positiv für dich und den Sport sein.

Sie werden oft als zurückhaltend, schweigsam, als der stille Schaffer beschrieben.

Timo Boll: Im Spiel gehe ich schon aus mir heraus und zeige die Faust. So extrem, wie das immer beschrieben wird, ist es auch nicht. Man wird halt immer in eine Schublade gesteckt: Entweder der extrovertierte Durchgeknallte, oder das stille Schäflein. Die Zeitungen schreiben nie, dass man der normale, mittelmäßige Teenager ist.

Wie geht es weiter für Sie?

Timo Boll: Die Olympiade ist natürlich das nächste große Ziel und der Höhepunkt im nächsten Jahr. Aber es gibt noch andere Veranstaltungen. Klar möchte ich wieder Nummer eins der Weltrangliste werden.

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Aktualisierungsdatum  11.09.2011
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