Sie haben sich wiederholt dafür ausgesprochen, Tischtennis besser zu
vermarkten. Sind Sie vor diesem Hintergrund mit der Veranstaltung in
Weilheim zufrieden?
Timo Boll:
Klar hätten wir uns einige Zuschauer mehr gewünscht. Die letzten
Male, als wir Schaukämpfe geführt haben, war die Halle immer
proppenvoll. Aber die Zuschauer sind hier gut mitgegangen, uns hat
es sehr viel Spaß gemacht.
Es war ein gutes Training.

Solche
Events sind ja nicht die Regel. Was müsste aus Ihrer Sicht
geschehen, damit Tischtennis in den unteren Klassen attraktiver
wird?
Timo Boll:
Das Tischtennisspiel ist attraktiv. Ist Formel I attraktiv? Ist
Fußball attraktiv? Tischtennis ist eine der attraktivsten
Sportarten. Ich denke, es ist einfach eine Sache der Erfolge der
Spitzenspieler und der Medienpräsenz. Alles andere hat Tischtennis:
Dynamik, Geschwindigkeit.
War es für
Sie ein befreiendes Gefühl, aus dem Schatten von Jörg Roßkopf heraus
zu treten? Oder ist der Rummel eher eine Belastung?
Timo Boll:
Wir haben nie konkurriert. Ich habe mich gefreut, wenn er ein gutes
Spiel gehabt hat, er freut sich jetzt, wenn ich gut spiele. Wir
müssen da alle zusammenarbeiten, damit Tischtennis nach oben kommt.
Egal, wer Erfolg hat, das Wichtigste ist, dass deutsche Spiele
Erfolg haben. Okay, ob das jetzt eine Belastung war? Ich habe nur
die wichtigsten Dinge durchgezogen. Das Meiste habe ich abgesagt.
Man muss eine gute Mischung finden. Es muss immer noch positiv für
dich und den Sport sein.
Sie werden
oft als zurückhaltend, schweigsam, als der stille Schaffer
beschrieben.
Timo Boll:
Im Spiel gehe ich schon aus mir heraus und zeige die Faust. So
extrem, wie das immer beschrieben wird, ist es auch nicht. Man wird
halt immer in eine Schublade gesteckt: Entweder der extrovertierte
Durchgeknallte, oder das stille Schäflein. Die Zeitungen schreiben
nie, dass man der normale, mittelmäßige Teenager ist.
Wie geht es
weiter für Sie?
Timo Boll:
Die Olympiade ist natürlich das nächste große Ziel
und der Höhepunkt im nächsten Jahr. Aber es gibt noch andere
Veranstaltungen. Klar möchte ich wieder Nummer eins der
Weltrangliste werden.
